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Innovation und Digitalisierung in Österreich

Die digitale Revolution ist ein allgegenwärtiges Thema. Aber was ist Digitalisierung eigentlich und wie weit ist Österreich?

Der Begriff Digitalisierung beschreibt die Umwandlung analoger Werte oder Daten in ein digital nutzbares Format und dies in allen Lebensbereichen. Man denke nur an WhatsApp, Facebook, YouTube, usw. Aber nicht nur private Personen treten immer mehr virtuell auf, auch in der Arbeitswelt verändert sich viel. Hier werden Produktionen digital überwacht und mit Hilfe von Sensoren, Scannern und Codes verfolgt und kontrolliert – teilweise werden ganze Arbeitsschritte schon von Robotern übernommen.

Österreich

Österreich ist, was die Digitalisierung und Innovation betrifft noch hinter dem Regierungsziel. Man ist gegenüber der Digitalisierung generell sehr skeptisch eingestellt (z.B. Angst vor dauerhafter Überwachung, Einschränkung der Freiheit, Cyberkriminalität, …) und müsste diesem Thema viel positiver entgegentreten, denn die Digitalisierung hilft die Innovationskraft im Land weiterzuentwickeln und ist damit eine der wichtigsten Zukunftsversicherungen.
Sie ist jetzt ein Teil unseres Alltags:  Es halten sich schon dreimal so viel Österreicher als im Jahr 2000 im Web auf und 49 % gaben 2016 an, das Internet nahezu täglich zu nutzen. Dies verändert auch unsere Kommunikation, die sozialen Beziehungen und die Möglichkeiten im Privatleben und im Arbeitsumfeld. Österreich könnte, wie viele andere Länder auch, von der Digitalisierung profitieren: Dänemark etwa spart seit 2014 jährlich rund 135 Millionen Euro an Papier und Zustellgebühren ein, da sie jeden behördlichen Weg und jede Kommunikation mit dem Staat über das Internet abwickeln. In Estland wird sogar das ganze Land elektronisch verwaltet – Arzttermine, Steuererklärungen, Firmenregistrierungen, Schulnoten der Kinder einsehen und vieles mehr ist elektronisch möglich. So wurden hier schon neue Steine für den Wohlstand, die Arbeit und das Wachstum des Landes gelegt.

Doch Österreich ist nicht zu weit hinten. Laut des Monitoring Reports, wo 150 Standort-Trankings, Indikatoren und Makrodaten ausgewertet wurden, ist Österreich in punkto Digitalisierung, Automatisierung und Robotik besser als 76,8 % der anderen untersuchten Länder. Es befindet sich klar im obersten Viertel der Rankings und lediglich 23,2% werden besser eingestuft. Damit ist das eine Verbesserung von 1,7 Prozentpunkten seit 2016. Seitdem wurde auch  sehr viel in Forschung und Entwicklung  investiert. Vor allen Unternehmensausgaben in F&E sind in den vergangenen Jahren sehr stark angestiegen. Die Schwächen liegen hier hauptsächlich beim Fachkräftemangel, Technologietransfer, zu wenig MINT-Fächer in der Schule, Breitbandabdeckung, Mobilnetzabdeckung und Risikokapitalfinanzierung.

Beim Innovationsindikator befinden wir uns auf Platz 19 im Bereich der Digitalisierung und haben nur Platz 30 bei Glasfaser-Anschlüssen, dies sah im Jahre 2000 anders aus – da war Österreich auf Platz 17. Dennoch haben bei einer Datenerhebung von Statistik Austria, bei der über 3000 Unternehmen mit einbezogen waren, 62% der österreichischen Unternehmen von 2014 bis 2016 mehr neue oder verbesserte Produkt auf den Markt gebracht. Diese könnten als „innovationsaktiv“ bezeichnet werden. Es gab zudem 34% Produktinnovationen und Prozessinnovationen von 48 %. 2016 wurden somit rund 8,9 Milliarde Euro für Innovationen aufgewendet.

Weiters haben 40% der Unternehmen organisatorische Innovationen und 35% Marktinnovationen eingeführt.

Es wurden auch so viele Patentanmeldungen wie noch nie durchgeführt. Österreich liegt seit 2017 auf Platz acht und im internationalen Ranking auf Platz zwölf. Dies mit 2.213 Anmeldungen beim EPA. Dies ist ein Plus von 8,2%. Insgesamt wurden beim EPA 2017 165.590 Patente angemeldet – dies entspricht einem Plus von 3,9%.

Rechnet man die Anmeldungen nach Einwohnerzahl liegt Österreich auf Platz sieben, gleich hinter Finnland und Deutschland. Mit einer Zahl von 253 liegt es dadurch deutlich über den EU-Schnitt von 134. Wenn man sich die einzelnen Bundesländer ansieht, belegte Wien schon 2016 den ersten Platz mit einem Plus von 20,2%. Dicht hinter ihm sind Oberösterreich mit einem Plus von 15,3% und die Steiermark mit einem Plus von 5,2%

Sollte die Digitalisierung weiter und schneller voranschreiten gibt es eine Gesamtversion für das Österreich 2025. Diese Version hat ihren Anfang am 2. Mai 2012 gefunden. Österreich wird sich einen Kulturwandel unterziehen und das Bildungssystem und ein Innovationsfreundliches Klima werden immer mehr von Wichtigkeit sein. Durch die Digitalisierung werden allein in der Energiebranche auch 12.000 neue Jobs entstehen und 2,7 Milliarden Euro zusätzlich an Wertschöpfung generiert werden. Diese beträgt zurzeit 38.500 Personen in Österreich bei einer Wertschöpfung von 7,1 Milliarden Euro pro Jahr.

Doch in den nächsten Jahren ist dafür ein Investitionsbedarf von 1,06 Billionen US-Dollar in der EU nötig. In Österreich rechnet man mit einer Gesamtinvestition von 20 Milliarden Euro bis 2025 um den Anschluss nicht zu verlieren.

Eine schöne Zukunft wünscht iPressl!

Quellen: wissensdialoge.de, wko.at, Statistik Austria, oesterreich.orf.at, It-press.at, atkearney.at

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