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Die österreichische Social Media Szene

Wer ist sie, wie funktioniert sie und kann man davon leben?

Der Besitz eines Blogs, Facebook Accounts und/oder Instagram-Profils sind heute etwas Allgegenwärtiges. Sie haben es geschafft sich zu etablieren und im englischsprachigen Raum sind sie bereits ein fixer Bestandteil der Medienlandschaft. Dabei dominieren vor allem bei Blogs Themen wie Food, Lifestyle und Politik.

Oft stecken viele Jahre Arbeit in einem Social Media Profil.

Hauptsächlich zählt ein guter Auftritt, ein fixiertes und klar durchgezogenes Thema und das am Ball bleiben. Doch wie funktioniert so etwas und kann man davon leben?

Der Blogger Kick Off Standort USA

Der erste Blog entstand am 13. November 1990 und war die Website von Softwareentwickler Tim Berners-Lee, ein britischer Physiker und Informatiker und Professor am MIT. Dieser Blog wurde zum Austausch von Informationen zwischen Wissenschaftlern von europäischen Kernforschungszentrum bei Genf genutzt, wo er zu dieser Zeit arbeitete.

Mitte der 1990er folgten andere Blogs, die z.B. Online Tagebücher genannt und auch als diese genutzt wurden. Danach wurden weitere Dienste wie Xanga erschaffen um es Usern zu ermöglichen eigenen Weblog zu starten.

Heute werden Blogs auch als „Corporate Blogs“ genutzt. Diese betreiben viele Unternehmen um ihren Leserkreis zu erweitern und Resultate zu ihren Artikeln zu schließen.

Die österreichische Bloggerszene

Im Gegensatz zum anglo-amerikanischen Raum und Deutschland (-bei dem die Blogs unter den Regelungsbereich des Telemediengesetzes 2007 fallen und somit bestimmte Kennzeichnungspflichten haben), unterscheidet sich die österreichische Bloggerszene stark. Es gibt statt Technik- und Politikthemen vor allen Lifestyle-, Mode- und Food Blogger.

Auf Platz 1 steht zurzeit mimikama, ein Blog aus Wien, der eine internationale Anlaufstelle und ein Verein zur Aufklärung über Internetbetrug, Falschmeldungen, sowie Computersicherheit ist.

Platz 2 und 3 werden von salzburgerland und elefantasticvegan belegt. In diesen geht es um das Leben in Salzburg, Events, Menschen, Kunst und Kultur und veganes Essen und reisen.

Erst bei Platzierung Nummer 68 schleichen sich Themen wie Technik und Politik ein.

(Quelle: Blogheim.at)

Im Gegensatz zu den USA, wo man mit einem Blog nicht nur berühmt werden, sondern auch gut davon leben kann, findet man in Österreich kaum Blogger, die von ihren Einnahmen in dieser Weise profitieren. Die Szene zahlt sich hauptsächlich für Unternehmen aus, die die Bloggerszene als ein gutes Marketingtool (-auch „Blogger Relations“ genannt) nutzen.

Eine der wenigen, die damit gutes Geld verdienen ist Madeleine Alizadeh, die auf dariadaria.com über Mode, Reisen und Livestyle bloggt. Um diese so werbefrei wie möglich zu halten verzichtet sie auf Bannerwerbung und arbeitet mit den sogenannten „Applikate Marketing“ hierbei verlinkt sie andere Seiten auf ihrem Blog und erhält dafür klick- oder sales-Provision. Das sind pro Blogeintrag 800 Euro brutto (Stand 2015).

Laut einer Umfrage von zurpolitik.com nehmen nur 10% der österreichischen Blogger Geld ein. Es handelt sich hierbei um Beträge von unter 50 € monatlich, ein Fünftel davon zwischen 200€ und 500 € und ein Minimum mehr als 1.000 € im Monat. Dadurch wird der Blog aber auch abhängig von Werbung und büßt an Freiheit ein – somit bleibt der American Dream meist unerreichbar.

Und dennoch vermehren sich Blogs weiter und mit jedem Block entsteht eine weitere Zielgruppe – denn wo sonst bekommt man einen privateren Einblick in das Leben eines Anderen.

Das Leben als Instagrammer

Auch in anderen Social Media Portalen lässt sich Geld verdienen, z.b. bei dem seit 2010 bestehenden Onlinedienst instagram. Dort kann man Fotos und Videos teilen und je nach Qualität des Accounts und der Bilder viele Likes sammeln und Follower erreichen. Im deutschsprachigen Raum lassen sich dabei durchaus 100 € pro Bild – bei einer Anzahl von 10.000 Followern verdienen.

In den USA, wo zurzeit eine Milliarde Dollar (-meist von der Modeindustrie) für Werbung auf Instagram ausgegeben wird, erzielen User mit mehreren 100.000 Abonnenten sogar bis zu 5000 $ pro Bild – Tendenz steigend. Accounts mit sechs Millionen Abonnenten oder mehr verdienen bis zu 100.000 Dollar pro Werbeeinschaltung.

Es handelt sich hierbei aber nur um einen Richtwert, denn die Zahlen und Preise differenzieren außergewöhnlich und so kann man schon mit 100.000 Followern um die 700 € pro Bild verdienen. Blogger mit ca. 1.000.000 Follower verdienen sogar bis zu 15.000 € für ein gesponsertes Bild.

Dabei geht es mehr um die Anzahl der Likes und Kommentare, also um die Aktivität, als um die Anzahl der Follower.

Berühmte Personen wie z.B. Selena Gomez verdienen mit nur einem Posting auf Instagram geschätzte 484.000 €, auf den Plätzen dahinter folgen Kim Kardashian mit 500.000 $ und dahinter Cristiano Ronaldo mit 400.000 $ pro Posting.

Die 10 Top Instagram-Profile in Österreich sind:

  1. Arnold Schwarzenegger (schwarzenegger)
  2. Davis Alaba (da_27)
  3. Swarovski (Swarovski)
  4. KS (ksfreak)
  5. K (krappiwhatelse)
  6. Tatjana Catic (tatjanamariposa)
  7. Lisa-Marie Schiffner (lisamarie_schiffner)
  8. Viktoria Sarina (viktoriavs)
  9. Aya Shalkar (aya_shalkar)
  10. Patrik Florian (misterflopatrick)

Aktuelle Statistiken gibt es bei Likeometer.

Die österreichische YouTube Gemeinschaft

Hier gibt keine offiziellen Zahlen von YouTube, aber die meisten die einen Kanal betreiben berichten von ungefähr 1 bis 2 € Vergütung pro 1.000 Videoaufrufen.

Unbedeutend ist auch hier die Anzahl der Abonnenten, daher braucht man für 1000 € im Monat schon zwischen 500.000 und einer Millionen Videoaufrufe im Monat.

Diese Einnahmen sind in den letzten Jahren gesunken, der Grund dafür sind die sogenannten Adblocker, die häufig eingesetzt werden.

Um trotzdem mehr zu verdienen gibt es in den USA bereits kostenpflichtige YouTube Abos, ob es diese in Deutschland und Österreich geben wird ist schwer abzuschätzen.

Eine Alternative bietet hier Twitch. Dieses Programm basiert darauf, dass es möglich ist einzelne Kanäle für 4,99 Dollar pro Monat zu abonnieren. Weiters gibt es eine Spendenfunktion, die ebenfalls Einnahmen ermöglicht.

Die größten YouTube-Verdiener 2017 waren:

  1. Platz: Promiflash mit 916087, 88 €
  2. Platz: Bibis Beauty Palace mit 513534, 35 €, die auf ihren Kanal seit 2012 Videos zu den Themen Kosmetik Mode und Lifestyle zeigt und auf den
  3. Platz: Paluten, in dem vor allem Computerspiele thematisiert werden. Die let’s play Videos erreichen bis zu 2,6 Millionen Abonnenten mit gut 1,4 Milliarden Aufrufen seit 2012. Der Verdienst mit immer noch 492773, 71 € kann sich sehen lassen.

Wo und wie man besser Geld verdient ist aber nicht in Stein gemeißelt – die Möglichkeit mit Social Media Geld zu verdienen, oder selbstständig zu werden ist auf jeden Fall mehr Aufwand, als sich das viele Einsteiger vorstellen.

Ich würde sagen, versuchen schadet nicht! 🙂 Schönes Wochenende.

Euer Daniel

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