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Archive for October, 2009

Werkstoffe denken mit

Monday, October 26th, 2009

Aus meinem NEWS Archiv:

Auf der Hannover-Messe nächste Woche zeigen Hersteller und Institute neue Materialien. Die Stoffe sind intelligent, extrem leicht und können sich selbst reparieren. Für den Einsatz im Alltag sind sie aber noch zu teuer.

Stark, mitfühlend, belastbar sollen sie sein, außerdem flexibel, verlässlich und sparsam. Dabei geht es nicht um das Anforderungsprofil gesuchter Mitarbeiter, sondern um Materialien, die Techniker auch in Gegenständen des täglichen Gebrauchs einsetzen wollen.

Auf der Hannover-Messe, die nächste Woche beginnt, zeigen die Hersteller solche intelligenten Werkstoffe und neuartigen Oberflächen. Zu den Produkten gehören Brillengläser, die nicht verkratzen, Tachoabdeckungen, die nicht blenden, und sich selbst reparierende Stoffe. Solche Materialien besitzen nicht nur interessante technische Eigenschaften, sie können auch helfen, Produktionskosten zu sparen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie liegt in Deutschland der Anteil der Materialkosten an der Produktion im verarbeitenden Gewerbe bei mehr als 50 Prozent.

Einen durchsichtigen Kratzschutz zeigt das Fraunhofer-Institut IST am Modell eines Motorrads. Das Tachometer reflektiert kaum noch Licht, der Helm zerkratzt nicht mehr, und Kolben, Kolbenringe sowie Ventile sind von einer Spezialschicht überzogen, die den Verschleiß der Bauteile verringert (siehe Grafik). Wozu die Industrie die neuen Werkstoffe braucht, zeigt auch BayerMaterial-Science mit dem Fahrzeug-Modell “Senso”. Das Cockpit ist mit einer Leuchtfolie überzogen, die einfallendes Licht schluckt und dem Fahrer freie Sicht auf die Instrumente bietet.

Am zweiten Modell “zaZen” zeigt Bayer eine einteilige, durchsichtige Dachkonstruktion aus dem neuen Werkstoff Makrolon. Das Material verringert das Gewicht des Daches deutlich. Gleichzeitig ist das Dach Projektionsfläche für das dritte Bremslicht. Zwei Laser werfen Licht auf eine holografische Folie, die diese Projektionen dreidimensional darstellen kann.

Neue Werkstoffe finden Forscher vor allem in der Bionik und der Nanotechnologie, in der sich Wissenschaftler mit kleinen Strukturen in der Größe eines Atoms befassen. “Wer die Welt der Winzigkeiten erkennt und sich zu eigen macht, kann Material und Technik revolutionieren”, sagt Jürgen Lexow von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Forscher der Technischen Universität Ilmenau zeigen in Hannover einen Nanoklettverschluss, der Kleinstbauteile ohne Klebstoff verbinden kann. Dafür setzen die Techniker winzige Siliziumnadeln ein.

Die Nadeln mit den rauen Seitenwänden sind 300 bis 900 Nanometer dünn und damit 200-mal dünner als ein menschliches Haar. Die Außenwände verhaken sich ineinander. Dauerhaft stabil und verschleißsicher müssen auch Transportbänder sein. Technische Gewebe, zum Beispiel in der Papier- und Vliesstoffindustrie, werden täglich sehr schwer belastet. “Wir arbeiten daran, Kunststoffe wie Polyamide verschleißfester zu machen”, sagt Ralph Römer, Manager bei der Technikfirma Nanocompound.

Außer in der Nanotechnologie finden Forscher viele Anreize für neue Stoffe in der Natur. Daher ist Bionik ein Schwerpunkt auf der Hannover-Messe. Vorbilder aus der Botanik haben zum Beispiel Wissenschaftler des Instituts für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) aus Denkendorf und der Plant Biomechanics Group aus Freiburg genommen, um ihren “technischen Pflanzenhalm” zu entwickeln. Dieser bionische Faserverbund ist sehr leicht und dämpft Schwingungen. Werden die Halme miteinander verknüpft, können Techniker daraus zum Beispiel Flugzeuge, Raumgleiter und Autos bauen, bei denen es auf geringes Gewicht ankommt.

Künftige Werkstoffe sind nicht nur besonders haltbar und leicht, sie können sich auch selbst reparieren. Das Vorbild dafür stammt wiederum aus der Natur. Im Laufe ihrer 3,8 Milliarden Jahre dauernden Entwicklung haben Pflanzen und Tiere die Fähigkeit entwickelt, ihre Wunden schnell zu versiegeln. Diese Selbstreparatur fand in der Technik bisher kaum Anwendungen.

Die Plant Biomechanics Group aber hat mit den Schweizer Kollegen des Empa Dübendorf und der Firma prospective concepts eine sich selbst reparierende Membran produziert. Die Firma Airlight entwickelte daraus zum Beispiel Parkhausdecken und Fußgängerbrücken. Da sich die Membran nach Beschädigungen durch Stöße und Wettereinflüsse wieder automatisch schließt, können diese Tragwerke deutlich weniger als herkömmliche Brücken wiegen.

15. April 2007

Online-Artikel und mehr Informationen auf welt.de

"Kollektive Intelligenz ist auf Dauer unschlagbar"

Monday, October 19th, 2009

Aus meinem NEWS Archiv:

Firmen müssen sich ständig neu erfinden und sich den Communities öffnen – Das führt in ein Kreationszeitalter, sagt Innovationsexperte Christoph Santner im STANDARD-Interview

Standard: Sie führen eine Innovationsagentur. Was genau ist Ihr Job?

Christoph Santner:
Mein Job ist es, Neues in die Welt zu bringen. Wir beraten bestehende Unternehmen, denn der Druck, sich selbst neu zu erfinden und neue Ideen auf den Markt zu bringen, steigt enorm. Wir unterstützen auch junge Unternehmen beim Umsetzen von Innovationen. Für uns ist es wichtig, Plattformen zu schaffen, wo sich Menschen gegenseitig stärken. Wir haben eine klare Vorstellung davon, wie die Zukunft aussehen soll.

Standard: Wie soll denn die Zukunft aussehen?

Santner: Die Zukunft sieht für die positiv aus, die bereit sind, sich zu öffnen. Meine These ist, dass wir in die nächste Stufe der Entwicklung gehen. In den letzten Jahren haben wir uns damit auseinandergesetzt, was das Informationszeitalter ist. Jetzt kommen die nächsten Schritte: Es beginnt das Zeitalter des Spielens. Die Helden der jetzigen Kultur sind keine arbeitenden Menschen, sondern spielende. Daher sind auch Kunst und Künstler extrem wichtig geworden. Fünf der letzten Nobelpreisträger haben ihren Preis für die Spieltheorie bekommen.

Standard: Wie wirkt sich das auf Unternehmen aus?

Santner: Wir gehen ins Kreations-zeitalter. Die Haupttätigkeit ist, in einem nie dagewesenen Maß Wirklichkeit zu erschaffen. Die Zeit dafür ist so gut wie noch nie. Medien berichten über Neues, Venture Capital will in Neues investieren, Unternehmen müssen ständig etwas Neues auf den Markt bringen.

Standard: Wenn man sich ständig neu erfinden muss, entsteht aber auch ein großer Druck.

Santner: Für Unternehmen des alten Stils ist das ein enormer Druck. Die haben damit auch Probleme. Sie müssen sich in der Tiefe neu erfinden und neu aufstellen. Tun sie das nicht, wird es ihnen wie den Dinosauriern ergehen. Die sind irgendwann zu groß geworden und dann von der Bildfläche verschwunden. Die jungen Firmen, die nach neuen Prinzipien arbeiten, werden die alten überholen.

Standard: Open Communities, Open Sources etc. sind Schlagworte unserer Zeit. Unternehmen versuchen, Kunden aktiv in Designs, etwa von Turnschuhen, einzubinden. Damit schöpfen Unternehmen kreatives Potenzial aus, für das sie mitunter nicht einmal bezahlen müssen. Was hat der Kunde davon?

Santner: Eine ganze Menge. Das Wort Konsument reduziert die Menschen aber auf ihre Funktion des Kaufens. Ein US-Unternehmen umschreibt sie mit “the creatives formerly known as consumers” . Daher müssen Unternehmen mit dieser Gruppe im engen Austausch sein, um zu begreifen, was sie wirklich wollen.

Standard: Da gibt es aber auch Grauzonen. Wenn ich einen Turnschuh mitdesigne, der produziert wird. Was passiert mit dem Patentrecht? Oder stelle ich meine Kreativität gratis zur Verfügung?

Santner: Beim Thema Patentrecht und geistiges Eigentum passiert gerade ein Umbruch. Auch in der Wahrnehmung ändert sich einiges. Viele von den jungen Kreativen sagen, dass ihre Ideen von anderen Menschen, anderen Ideen und Designs inspiriert sind. Die interessiert es nicht mehr so sehr, ob es dafür ein Patent gibt, sondern ob man die Idee verwirklichen kann. Was man möchte, ist den Respekt dafür. Das ist wichtiger als Geld. Geld hat eine andere Rolle eingenommen. Aber natürlich muss man sich die Spielregeln genau anschauen.

Standard: Die Möglichkeiten des Internets verändern die Geschäftswelt. Sie wird schneller. Was machen Unternehmen, die heute jung und innovativ sind, in fünf Jahren?

Santner: Das Business wird massiv schneller. Fakt ist, dass die ganze US-Krise nichts anderes ist, als die nächste Stufe der Globalisierung. Die erste Stufe war vor hundert Jahren das britische Empire mit dem Pfund als Leitwährung. Die zweite war nach dem zweiten Weltkrieg: die USA mit dem Dollar als Leitwährung. Jetzt übernimmt der asiatische Raum diese Rolle. Die neuen Entwicklungen kommen zu einem großen Teil aus Asien, dort fließt auch viel Venture Capital hin.

Standard: Wissen, das man sich aneignet, gilt für die eigene oder unternehmerische Entwicklung oft als Vorteil. Heute kann man alles googeln. Wohin führt der Weg des frei verfügbaren Wissens?

Santner: Ich glaube, das ist der Grundmotor der ganzen Entwicklung. Die einzelnen Communities ziehen ihr Ding mit ihren Spielregeln durch. Die kollektive Intelligenz ist auf Dauer einfach unschlagbar. Die einzige Chance, die man als Unternehmen hat, ist, sich dem zu öffnen. Sun Microsystems etwa hat sich den Open Sources verschrieben, das Unternehmen steht seit dem viel besser da als vorher.

Standard: Was kommt nach der “Open Community/Economy” ?

Santner: Wir werden das Kreationszeitalter erleben. Schauen Sie sich an, was sich in Dubai tut, was sich in der Nanotechnologie tut. Die Grenzen liegen heute nicht mehr in der Machbarkeit. Die Grenzen liegen im Kopf. Was denkbar ist, ist auch machbar. Der Wettlauf, etwa in der Architektur, beginnt ja erst.

Standard: Werden die Konsumenten/Creatives durch all diese Prozesse kritischer?

Santner: Ja, und das wirkt sich auch auf die Unternehmen aus. Man kann sich heute Nachhaltigkeit nicht mehr einfach so auf die Fahne heften, man muss es leben. Man kann nichts mehr verstecken. Irgendein Mitarbeiter fotografiert mit seiner Handykamera Missstände, und die Abwehrschlacht gegen solche Vorwürfe ist teurer, als wenn man gewisse Standards von Anfang an einhält.

Standard: Was ist für ein Unternehmen der erste Schritt zur Öffnung?

Santner: Ein Unternehmen, das sich öffnen will, muss es wirklich tun. Es darf kein Lippenbekenntnis sein. Es muss jemand dahinterstehen, es muss Chef-Sache sein.

Standard: Aber wie funktioniert das praktisch? Angenommen, ich designe Handys und merke, ich komme mit meinen Produkten am Markt nicht mehr so gut an. Schaffe ich dann einfach eine Plattform, auf der User über Designs und Funktionen abstimmen? Reicht das schon?

Santner: Es gibt die These: ‚Markets are conversations‘. Ein Markt ist nicht nur dazu da, um Produkte zu verkaufen. Man muss den Markt wieder so begreifen wie im Mittelalter, wo der Markt die kommunikative Plattform einer Gesellschaft war. Dort wurden Produkte verkauft, Nachrichten überbracht, Geschäfte abgewickelt. Heute gibt es diese Kommunikation nicht mehr, es ist eine Einweg-Veranstaltung geworden. Der Rückkanal ist nicht mehr offen, und den muss man über Kommunikationsplattformen wieder öffnen. Apple etwa steht mit seiner Community, mit Künstlern und Designern in einem ständigen Austausch. Hätte Apple gesagt ‚wir bauen Computer‘, hätten sie das iPhone nie erfunden. Daher engagieren Unternehmen für ihre Innovationsabteilungen zunehmend Absolventen von Kunsthochschulen und keine Techniker mehr. Leute, die ‚out of the box‘ denken, sind gefragter denn je.

Standard: Muss ich mir Sorgen machen, dass ich die Welt in 30 Jahren nicht mehr verstehe, weil sich so viel so schnell verändert?

Santner: Ich glaube, dass es schon schwierig wird für Menschen, die sich mit neuen Technologien und Möglichkeiten nicht beschäftigen. Man wird ohne Internet etwa kaum noch Flüge buchen können. Es wird auf dieser Ebene sicher eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben.

(Bettina Pfluger, SPEZIAL – DER STANDARD/Printausgabe, 22.08.2008)

Zur Person
Christoph Santner (47) betreibt die Innovationsagentur TheFutureKitchen und initiiert laufend Innovationsevents. Zuvor war Santner, der sich in seiner Freizeit “gerne in der analogen Welt aus Bäumen und Bergen” aufhält, als Journalist und Markenstratege tätig. Santner hat Internet-Start-ups in New York und München gegründet.

Online-Artikel und mehr Informationen auf derstandard.at

Biologische "Essens-Uhr" im Hirn gefunden

Thursday, October 15th, 2009

Aus meinem NEWS Archiv:

Wenn Nahrung in der Nacht vorhanden ist, stellen Tiere ihren circadialen Rhytmus um – Forscher leiten daraus praktischen Tipp gegen Jetlag ab.

Boston/Washington – Wir Säugetiere tragen unsere biologische Uhr tief im Kopf. Und ihre Basisinformationen erhält sie über das Auge. Sprich: Die Retina gibt Hell-Dunkel-Signale an die Zellen des Suprachiasmatischen Nukleus (SCN) weiter, der sich im Kerngebiet des Hirns (genauer: im ventralen Hypothalamus) befindet. Von dort aus werden die Signale an den Dorsomedialen Nukleus des Hypothalamus (DMH) weitergeleitet, der unter anderem die Schlaf-Wach-Zyklen und viele andere Aktivitätsrhythmen steuert.

Neben dieser biologischen “Master-Clock” scheint es aber noch eine zweite Uhr zu geben, die mit der Essensaufnahme zu tun hat. Das behaupten jedenfalls Forscher des Beth Israel Deaconess Medical Center in Cambridge (US-Bundesstaat Massachusetts), die bei Untersuchungen an Mäusen auf diesen zweiten Zeitgeber gestoßen sind – und daraus auch einen praktischen Tipp gegen den Jetlag ableiten.

Wie die Neurobiologen rund um Clifford B. Saper in der aktuellen Ausgabe des US-Wissenschaftsmagazins Science (Bd. 320, S. 1074) berichten, funktioniert die herkömmliche biologische Uhr – also die Ausrichtung nach der Helligkeit – perfekt, wenn reichlich Essen vorhanden ist. Wenn allerdings Nahrung nur in der Nacht verfügbar ist, dann stellen die davon betroffenen Tiere ihren sogenannten circadianen Rhythmus um.

Den experimentellen Beweis dafür lieferte ein relativ kompliziertes Experiment an Mäusen, bei denen das für die biologische Uhr wichtige Gen Bmal1 abgeschaltet war. Diesen Mäusen wurde das Gen dann mittels viralem Vektor entweder in den SCN oder in den DMH injiziert. Aus der Analyse der Reaktionen schlossen die Forscher dann auf die biologische “Essens-Uhr”, die bei längerer Hungerphase und anschließender Nahrungsaufnahme die biologische “Licht-Uhr” ersetzen kann.

Was für die Mäuse eine Überlebensfrage ist, könnte uns Menschen die Zeitumstellung bei der Schichtarbeit und beim Reisen erleichtern, wie Clifford Saper folgert: Eine 16-stündige Fastenperiode würde ausreichen, um diese zweite Essens-Uhr zu aktivieren. Sprich: Wer bei längeren Flügen auf das Essen an Bord verzichtet und dann unmittelbar nach der Landung isst, sollte sich bei der Zeitumstellung viel leichter tun.

(DER STANDARD, Printausgabe, 23.5.2008)

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Der Fahrer und sein Denker

Thursday, October 8th, 2009

Aus meinem NEWS Archiv:

Der Fahrer und sein Denker

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"Wir müssen ein Land der Unternehmer werden"

Tuesday, October 6th, 2009

Aus meinem NEWS Archiv:

Forderungen an die Politik sind in Zeiten wie diesen nichts Ungewöhnliches – weshalb sollte die Junge Industrie da zurückstehen? Martin Ohneberg, Bundesvorsitzender dieser Organisation mit derzeit rund tausend Mitgliedern, hat gleich eine ganze Palette an Wünschen parat: Von der Bildung über den Arbeitsmarkt bis zur Bürokratie: Die Politik müsse mehr für das Jungunternehmertum machen, sagt Ohneberg, CFO und Gesellschafter der Soravia Gruppe.

Insgesamt sei das Unternehmertum in Österreich unterrepräsentiert, glaubt er zu wissen – und hat sogar eine Vision: “Wir müssen ein Land der Unternehmer werden.” Und Ohneberg bedauert, dass es in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage eher um die Sicherung von Arbeitsplätzen statt um die Schaffung neuer gehe. “Doch gerade in der Krise ist es antizyklisch wichtig, das Unternehmertum zu fördern.” Natürlich darf das generelle Thema Arbeitsmarkt nicht fehlen, wenn es um einen Wunschzettel an die Politiker geht: “Wir sind benachteiligt beim Arbeitsrecht”, meint Ohneberg, der seine Karriere bei Ernst & Young begonnen hatte. Er hat speziell die Gewerkschaften im Visier, die “nicht nur alte Jobs schützen, sondern bestehende in Gefahr bringen” würden. Es müsse leichter sein, Mitarbeiter abzubauen, die derzeitigen Bestimmungen seien kontraproduktiv für die Arbeitsplätze und auch für die Mitarbeiter selbst. Als Vorbild nennt er Osteuropa.

Aber Ohneberg spricht auch Themen an, die Jungunternehmer noch direkter betreffen: Das Scheitern als Gründer dürfe nicht länger stigmatisiert werden. Beim Thema Finanzierung wünscht sich Ohneberg eine bessere Verfügbarkeit von Private Equity und Risikokapital, dazu müsse es passende gesetzliche Rahmenbedingungen geben. Die obligate Forderung an die Bildung darf da nicht fehlen: “Derzeit wird Kreativität eher verhindert.” Das sei ein “Armutszeugnis” für den Standort Österreich.

Ohneberg hat akquiriert

Sind das nicht gar viele Forderungen an den Staat, müssen nicht gerade Jungunternehmer selbst wagen, um zu gewinnen? Ohneberg: “Es ist keine Diskussion, dass staatliche Hilfe allein nicht genug ist.” Aber es brauche eben Incentives; beispielsweise könnten Leute, die aus der Arbeitslosigkeit ein Unternehmen gründen, zwei Jahre Sozialversicherungsbeiträge gutgeschrieben bekommen. Aber ist es nicht fatal, aus der Not heraus zu gründen? Ohneberg glaubt: “Das sollte es nicht sein, das wird auch niemand tun. Aber die Selbstständigkeit ist eben eine gute Möglichkeit.”

Auch staatliche Förderungen seien ihm eigentlich ein Fremdwort, aber es brauche doch Anreize. Ohneberg, der auch Präsident der europäischen Jungunternehmer-Organisation YES (40.000 Mitglieder in 15 Ländern) ist, betont auch, wie wichtig “eigene Erfahrung” als Gründer ist. Er selbst hat – im Rahmen seiner Tätigkeit bei Soravia – u.a. Akquisitionen in Bulgarien (Mineralwasserhersteller Devin) und Ungarn (Juwelierkette Orex) durchgeführt.

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